Von Beginn an

Mit dem Errichtungserlass des Bundesinnenministerium für die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) im Jahr 1953 wurde auch in Balingen ein ehrenamtlich getragener Ortsverband errichtet. Wie in vielen Ortsverbänden diente eine Holzbaracke als Unterkunft, welche sich auf dem Gelände der Württembergischen Elektromotoren GmbH befand.

Nach langer Suche konnte man Anfang 1967 eine neue Liegenschaft in der Tübinger Straße beziehen. Mit der Auflösung des Luftschutzhilfsdienstes (1968) und Errichtung des Katastrophenschutzes fand auch in Balingen eine Neuorientierung statt. Dem THW wurden der Bergungs- sowie der Instandsetzungsdienst als Hauptaufgaben zugewiesen. Im Zollernalbkreis wurden in den folgenden Jahren drei Bergungszüge sowie ein Instandsetzungszug aufgestellt. Letzter kam zum Ortsverband (OV) Balingen. Dazu kamen noch ein Verpflegungstrupp sowie ein Materialerhaltungstrupp.

Der Instandsetzungszug bestand aus dem Zugtrupp, einer Elektro-, einer Gas-/Wasser- und einer Abwasser-/Öl-Gruppe.

In den Folgejahren wurde dem OV Balingen der Schutzraumbetriebsdienst für die im Raum Balingen befindlichen öffentlichen Schutzräume übertragen. Nachdem auch eine Technische Einsatzleitung im Zollernalbkreis aufgestellt wurde, kam diese zum Balinger THW. Seither beschäftigt man sich auch mit dem Thema Führung von Großschadensereignissen.

Eine einschneidende Maßnahme waren die Auflösungsmaßnahmen und Umstrukturierung des Erweitereten Katastrophenschutzes Mitte der 1990er Jahre. Alle Fernmelde- und Führungseinheiten wurde aufgelöst. Der Bergungs- und Instandsetzungsdienst wurde in die zwischenzeitlich eigenständige Behörde THW übernommen. Diese grundlegenden Entscheidungen des Bundes führten zu einer vollständigen Umorganisation des THW. Für den OV Balingen hatte dies zur Folge, dass der Instandsetzungszug aufgegeben wurde. Jeder OV im THW erhielt die Basiseinheit Technischer Zug sowie eine Fachgruppe (FGr). Hier bot sich in Balingen die FGr Infrastruktur, welche aus dem ehemaligen Instandsetzungszug gespeist werden konnte, an.

Durch den Wegfall der Führungs- und Fernmeldeeinheiten traf man im THW die Entscheidung, dass auf Ebene der Geschäftsstellen eine Führungs- und Fernmelde- sowie eine Logistikeinheit aufzustellen sind. Im Geschäftsführerbereich Tübingen, zu welchem der OV Balingen gehört, waren zwei Technische Einsatzleitungen (ZAK und TÜ) sowie ein Fernmeldezug (RT) beim THW stationiert. Die Ausstattung dieser Einheiten wurde beim THW belassen. Daraus entstand unter Federführung der Balinger Helfer die FGr Führung/Kommunikation, die beim OV Tübingen stationiert wurde.

2004 gab es den letzten organisatorischen Wechsel beim Balinger THW. Der Technische Zug besteht seither aus dem Zugtrupp, der Bergungsgruppe 1 und Bergungsgruppe 2. Hinzu kam die überörtliche FGr Führung/Kommunikation, welche vom OV Tübingen nach Balingen wechselte. In diesem Zuge wurde auch einer von fünf neu aufgestellten Weitverkehrstrupps im OV Balingen verankert.

Nach langer Suche war man 2007 fündig geworden. Der OV konnte die aktuelle Unterkunft in Weilstetten beziehen und ist seither in der Roßwanger Str. 18 zuhause.

2014 stand eine erneute Änderung für den Technischen Zug an. Die Bergungsgruppe 2 wurde in eine Fachgruppe Räumen vom Typ A umgegliedert. Damit änderten sich ebenfalls die Kompetenzen. Die Fachaufgabe des TZ ist nun schwere Bergung, Räumen und Transport.

Mitte 2016 wurden vier Sandsackfülltrichter beschafft. Des Weiteren stehen kontinuierlich 1.000 gefüllte und palettierte Sandsäcke für den Fall der Fälle zur Verfügung. Diese Bausteine im Hochwasserschutzkonzept erweitern das Einsatzspektrum des Technischen Zuges.

2017 erfolgt eine weitere einschneidende Maßnahme für den Ortsverband: Die Fachgruppe Führung/Kommunikation mit dem Weitverkehrstrupp wird zum Ortsverband Ofterdingen umdisloziert. Damit verfügt der Ortsverband nunmehr über einen Technischen Zug – Räumen. Hier wird sich jedoch im Laufe des Jahres noch mehr ändern. Das neue Rahmenkonzept des THW wird auch hier umgesetzt werden.